Donnerstag, 1. März 2018

Die letzten Monate

Frei nach der Pareto Regel oder dem sogenannten 80/20 Prinzip wurde am Schluss meines Austausches versucht 80% der Sachen in der letzten 20% der Zeit zu unternehmen. 
Es wurden diverse Feiern besucht, mehrere BBQs an Stränden veranstaltet, oft ins Kino gegangen (kein neuer Film entging uns), und verschiedene Fahrten und Road- Trips unternommen.

Zu einer Nacht die uns alle besonders in Erinnerung bleiben sollte fuhren wir zu einem Freund zum Campen in die Tablelands. Als kleine Hintergrundinformation erstreckte sich sein dortiges Grundstück über eine so große Fläche, dass es von einer Seite zur anderen zu Fuß einen ganzen Tag gedauert hätte. In dieser Umgebung war unserem Erfindergeist keine Grenzen gesetzt und wir begannen schon bald einer nicht mehr Befahren Zugstrecke in die Pampa zu folgen. Wir schlugen uns durch das dicke Buschwerk und kamen schließlich zu einem Fluss.
(Im Nachhinein stellte sich heraus, dass irgendjemand in dem Fluss ein Salzwasserkrokodil ausgesetzt hatte, was meine Freunde zwar ahnten aber zum Schutz meines geistigen Wohlbefindens, mir vorenthielten).
 Unser Ziel, einer Sandbank, vor Augen überquerten wir halb watend halb schwimmend den Fluss und machten ein Lagerfeuer auf dem wir einen etwas mageren, eben noch zuvor gefangenen Fisch, grillten. 


 Die lange Strecke wieder zurückgehend berieten wir uns schon was wir am Abend machen konnten. Unsere Idee war es schließlich in dem riesigen Areal bei Dunkelheit Verstecken zu spielen, während der Sucher die einzige Taschenlampe zum Spotten immer bei sich trug. Nach einer Weile in der wir uns im Wald verstreuten wurde uns klar, dass diese Idee durchaus ein paar Haken hatte. So lief man einerseits andauernd in Spinnennetze (die Spinnen schliefen zum Glück anscheinend) und andererseits, wenn jemand gefunden wurde, versuchte dieser Hals über Kopf in irgendeine Richtung wegzurennen nur um sich an den vielen Wurzeln und Steinen fast den Fuß oder das Genick zu brechen. Nach ein paar leichten Verletzungen und Schürfwunden meinerseits ließen wir die Idee wieder Idee sein und verbrachten den Rest des Abends mit Musik am Lagerfeuer. 



Bei einem weiteren Trip bestiegen wir zu viert einen 900 Meter hohen Berg die sogenannte Pyramid. Da wir uns den Sonnenaufgang nicht entgehen lassen wollten machten wir uns bereits um 4.30 am Morgen mit dem Auto auf den Weg jeden einzusammeln und zu dem Fuße des Berges zu fahren. Das einzige Problem war dabei den relativ steilen Weg in völliger Dunkelheit zu finden und vor allem auf diesem zu bleiben. Über mögliche Schlangenbegegnungen machten wir uns keine allzu großen Gedanken. Schließlich fühlten diese ja die Vibration unserer Schritte und würden uns dann aus dem Weg gehen…zudem war die Gefahr gebissen zu werden durch vier geteilt ;)
Nach ca. drei Stunden des Aufstiegs kamen wir endlich am Gipfel an, von dem aus man eine gigantische Sicht auf das Umland hatte. So konnte man auch Teile des 20km entfernten Cairns überblicken und hatte eine klasse Sicht auf die Hafenanlage.


Eines meiner persönlichen Highlights war der Tauchtrip auf den mich ein Freund, dessen Vater eine Reeffirma leitete, einlud. Wir machten uns früh am Morgen auf den Weg zum Reef Fleet Terminal in Cairns, bei dem alle Schiffe starteten um Leute zu den verschiedenen Spots zu transportieren. Dort stiegen wir schon bald auf einen riesigen Katamaran, der sowohl Motorbetrieben als auch ein Segel hatte und los ging die 3h Fahrt. Auf dem Weg wurden wir auf das Tauchen eingewiesen, was man beachten sollte und wie der Druckausgleich, der alle paar Meter durchgeführt wird, in der Theorie funktionierte. Mit diesem Wissen stürzte ich mich schließlich mit einer riesigen Sauerstoffflasche und Gewichten bewaffnet in die Fluten. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase in der wir den Druckausgleich in der Praxis übten lies der Tauchlehrer die Luft aus unseren Anzügen und es ging abwärts. Zunächst bekam ich nichts von meiner Umgebung mit, da ich mich so auf den Druckausgleich und das Atmen konzentrierte, aber als das dann einigermaßen klappte konnte ich mich an den verschiedenen Farben von Korallen und den hunderten Fischarten nicht satt sehen. Es ist eine Sache in der Vogelperspektive beim Schnorcheln auf die bunte Artenvielfalt am Meeresgrund zu schauen und eine ganz andere inmitten der Fische und Korallen sich frei bewegen zu können. Nach mehreren Begegnungen mit in der Schule gelernten Fischarten und ein paar Reef Haien war es an der Zeit mit dem Schiff zu einem weiteren Punkt zu fahren. Dort wurde wieder getaucht und im Anschluss zu einer Insel geschnorchelt, bei der wir uns im warmen Sand von den Anstrengungen des Trips erholten.





Auf der Rückfahrt verlangsamte sich das Boot plötzlich und kam schließlich zum totalen Stillstand. Als wir im Wasser nach dem Grund suchten viel uns ein riesiger schwarzer Schatten knapp unter der Wasseroberfläche auf. Bei genauerem Hinsehen sahen wir zwei riesige Flossen und der Schatten bekam die Form eines 10 Meter großen Wales. Dabei kam er so nahe ans Boot heran, das man das Gefühl hatte man könnte ihn mit einer Hand im Wasser berühren. Nach einer Weile, nachdem das Boot ausreichend inspiziert wurde schlug er wie zum Abschied mit der Flosse auf die Wasseroberfläche blies einmal Luft aus und tauchte ab. 








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